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Können interreligiöse Dialoge nicht unbegründete Ängste und Vorurteile abbauen und Klarheit schaffen? Auch im Blick auf die Unterschiede, aber auch auf nicht tolerierbare Unkorrektheiten und Übergriffe?
Der Koran verlangt von seinen Gläubigen, wie die Bibel oder manche andere Religionen eine Verehrung Gottes, Liebe zu üben, Armen zu helfen und Unzucht zu meiden. In den Augen der Muslime wird das aber in der westlichen Welt nicht praktiziert. Darum soll der Islam verbreitet werden. Wie ich es an Dialogveranstaltungen erlebt habe, stehen die Muslime klar zu ihrem Glauben. Mohamed wird um Hilfe angerufen, ein gutes Leben zu führen. Jesus gilt als zu verehrender Prophet, aber nicht – wie durch die Christen oft verschwiegen – als Gottes Sohn, der für die Sühnung der Schuld der Welt starb, ohne den niemand zu Gott dem Vater kommen könne, während der Koran Allah als einzig wahren Gott darstellt.
Jeder sei seines Glaubens gewiss, aber zu bekämpfen sind gewalttätige Bekehrungspraktiken, wie sie auch durch Kreuzzüge und die Inquisition vorkamen. Im Koran 19.75 wird für Ungläubige Strafe angedroht, auch gibt es Stellen, wonach Ungläubige zu töten seien. Solches werden auch gemässigte Muslime bekämpfen. Nicht die Sharia, sondern unser Recht ist verbindlich. Ein Zusammenwirken im Interesse des Landes, der Völker, soll auf der Basis derjenigen Werte, die alle hochhalten, gefördert werden. Ghetto-Bildung durch Brüskierung ist zu vermeiden, Toleranz (Duldsamkeit) wo vertretbar, zu leben. Noch nicht weit zurück trugen die Frauen in Reben und Kirchen Kopftücher oder Hüte. Jüdische Kinder hatten am Sabbat schulfrei, wenn sie den Stoff anderweitig erarbeiteten, wie die schaffhauser Muslime-Burschen privaten, bezahlten Schwimmunterricht erhielten, weil – im Gegensatz zu früher – nur gemischtgeschlechtlicher Schwimmunterricht angeboten wurde. Dagegen sehe auch ich bezüglich Burka ein "Vermummungsverbot".
Schon ein alter Philosoph sagt, dass der Mensch nur durch die Teilnahme an dem göttlichen Leben wahrhaft glücklich werden könne. Es ist dabei eine besonders schöne Sache, dass sich Gott nicht betrügen lässt wie die Menschen, so dass alle bloss formalen Annäherungen an ihn keinen Sonnenschein in ein verdüstertes Herz zaubern können, auch keine religiöse Schwärmerei diesen Zweck erreicht. Die Nähe Gottes ist vielmehr ein ganz eigentümlich stilles Gefühl des Friedens, das davon weit entfernt ist.
Die Nähe Gottes ist auch das bei weitem intensivste aller menschlichen Gefühle. Mit Freundschaft und Liebe oder irgend etwas anderem ist sie nicht entfernt zu vergleichen. Dass ein Gefühl von solcher Kraft von einem wirklichen Gegenstand ausgehen muss, braucht für die, welche es selber kennen, keiner weiteren Beweisführung; sie bedauern nur jeden Tag ihres Lebens, an dem sie es noch nicht gekannt haben.
Carl Hilty