Immer wieder ist über einen baldigen Weltuntergang zu lesen. Mit andern Stimmen bin ich auch gegen Spekulationen, was die Apokalypse betrifft. Ein Theologe legte jedoch das Wort, wachsam zu sein, kürzlich etwas einseitig für eine Wachsamkeit aus, hier und jetzt die Möglichkeiten zu nutzen, was ja auch richtig ist.
Aber im zitierten Bibeltext im dreizehnten Kapitel des Markus-Evangeliums sagt doch Jesus klar, dass eine Zeit komme, in der er als Menschensohn auf den Wolken erscheine mit grosser Macht und Herrlichkeit. Er forderte auf, die Zeichen der Zeit zu beachten. Vieles das es schon immer gegeben hat, ist heute globaler erkennbar, auffälliger, vielleicht auch häufiger, was zum Beispiel Erdbeben betrifft, die heute als Drohung und Waffe auch künstlich ausgelöst werden können. Oder denken wir angesichts der Finanzkrisen und der grossen Schere zwischen Arm und Reich an das Bibelwort, wonach die Ungerechtigkeit überhand nehmen werde. Der gemäss Bibel wieder ausschlagende "Feigenbaum" wird als Volk Israel ausgelegt, ein Volk von dem wieder die Rede ist. Wurde nicht gerade in der vergangenen Adventszeit, Zeit der Ankunft, auch auf das prophezeite zweite Kommen Jesu hingewiesen und auch darauf, dass das "Christkind" erschienen ist, nicht nur um unser Freund zu sein, sondern um am Kreuz die Schuld der Welt zu tragen? Nach meinem Bibelverständnis geht auch - wenn Christus wieder kommt - die Welt nicht unter, wie so viele befürchten, sondern er kommt, zu richten und es bricht eine Friedenszeit an, das sogenannte Millenium.
Der Apostel Johannes schreibt in seinem Evangelium (3.19, 21): "Darin besteht aber das Gericht, dass das Licht in die Welt gekommen ist, und die Menschen liebten die Finsternis mehr als das Licht; denn ihre Werke waren böse... Wer aber die Wahrheit tut, kommt zum Licht, damit meine Werke offenbar werden, dass sie in Gott getan sind." Dazu sagt der verstorbene Staatsrechtler Carl Hilty: Es fehlt auch heute nicht an Belehrung in der Welt; auch nicht daran, dass die Menschen wegen ihres aufgeklärten Verstandes den Worten Gottes nicht mehr glauben könnten. Sie wollen dieses Licht nicht wegen ihrer Taten, die das volle Licht nicht vertragen. Wollten sie die ändern, so würden sie den Glauben sehr leicht und natürlich finden. Darum nützt auch alle Predigt so wenig, und darum lassen die Kirchen durch ihre gemalten Glasfenster nicht gar zu viel Licht in ihre Räume kommen, weil es ihnen viele ihrer Besucher vertreiben würde... Für nichts haben die Menschen trotz ihrer Fehler ein so empfindliches Ohr wie für die Wahrheit... Ob sie dann aber Boden findet und Wurzel fasst, ist eine andere Frage."